Ruhetag statt Ausflug

Eigentlich würde heute ein 2-Tagesausflug nach Banforo am Plan stehen. So richtig mit Lagerfeuer und Schlafsack. Aber nachdem es am Vorabend doch ein wenig länger geworden ist, ist der heutige Tag kurzerhand zu einem Ruhetag umfunktioniert worden. Und das zur Freude aller Beteiligten.

Afrika   Tag 10 reisen

So habe ich Zeit zum Ausschlafen und Fotos sortieren. Als ich am späten Vormittag unser Haus verlasse, sehe ich die afrikanische Müllabfuhr. Zwei grün gekleidete Personen beladen einen kleinen Anhänger, welcher wiederum von einem Esel gezogen wird. Einfach aber effektiv.
Am Nachmittag möchte ich aber schon einer Empfehlung von Karli folgen. Er hat mir erzählt, dass er mit einem Taxi nach einem Einkauf in der Stadt an einem “Industrieviertel” vorbeigefahren ist. Dort wird noch mit der Hand gehämmert und gezimmert und was weiß ich alles. Klingt doch spannend und vielleicht reichts für ein Foto?

 Kurzbesuch im Industrieviertel

Also schwinge ich mich alleine in ein Taxi und fahre einfach los. Ich wollte dem Taxler erklären, dass ich ein “Industrieviertel” suche. Er nix verstehen….naja also fahren wir zumindest mal in die richtige Richtung. Wir fahren und fahren. Irgendwann bleibt er stehen weil er echt nicht weiß wo ich hin will. Also gebe ich ihm etwas Trinkgeld und steige aus. Vielleicht sehe ich es ja zu Fuß.

Vielleicht muss ich dazusagen, dass ich in meiner Naivität so eine verkleinertes VOEST-Gelände erwartet hätte – zumindest ;-). Naja das hab ich dann nicht gefunden. Aber plötzlich kommt ein kleiner Junge auf mich zu und fragt mich etwas auf Französisch. Ich verstehe nur Brocken. Ich versuche auch ihm mein Tagesziel zu erklären und siehe da er hats verstanden – hab ich geglaubt. Er weist mich eine staubige Nebenstraße entlang und wir gehen immer weiter vom Hauptweg weg. Die Temperatur hat sich sicherlich schon auf locker über 30 Grad hochgeschraubt und es ist sehr trocken.

Wir kommen bei einem halb zerfallenen Haus an und er erklärt mir, dass der Herr den er gesucht hat leider nicht da ist. Was das mit meinem Industrieviertel zu tun hat? Keine Ahnung ;-). Aber der Kleine war lieb und wollte mir helfen – das ist das was zählt. Dann gehen wir noch eine Weile den Weg entlang. Dabei passieren wir eine Tankstelle und ich kaufe mir Wasser. Dem Jungen nehm ich eine Cola und Kekse mit. Naja die Freude darüber war natürlich riesig….war zu erwarten bei der Dankbarkeit und Armut dieser Menschen hier. Nach einer Weile verabschiede ich mich von ihm und er hat noch irgendwas erzählt, ob ich ihn nicht mitnehmen möchte nach Österreich. Zumindest hatte ich es so verstanden. Aber das passiert mir nicht zum ersten Mal hier. Was soll man in so einem Moment sagen? Ganz schwierig. Ich hab ihm noch Kekse gegeben und erklärt, dass ich leider zurück zu meiner Gruppe muss und es nicht möglich ist.

Zurück im Quartier

Als sich unsere Wege dann trennen, denke ich noch länger über diese Sache nach und der Junge kommt mit seinem Fahrrad auch noch ein paar Mal bei mir vorbei und grinst mir zu. Pfu nach dieser Lehreinheit marschiere ich zu Fuß wieder Richtung unseres Hauptquartieres. Ein komplett zerfallenes Taxi fährt vorbei und ich gebe ihm ein Zeichen. Er nimmt mich eine Weile – wie auch die restlichen 4 schon darin sitzenden Personen – mit. Dann muss eine Frau aussteigen und just in dem Moment entdecke ich das gesuchte “Industrieviertel”. Eine größere Fläche neben der Straße mit vielen halbnackten Männern die mit ihren Hämmern auf bunte Tonnen einklopfen beschreibt es wohl am Besten. Also kein VOEST-Gelände ;-). Als ich ein Foto machen will von den schwitzenden Männern gibt mir einer ein Zeichen, dass das nicht erwünscht ist. Ich gehe zu ihm rüber, mache ein Einzelfoto von ihm und zeigs ihm am Display. Anstatt mir mit dem Hammer eins über zu ziehen ist er total erfreut darüber. Dann gebe ich ihm noch mein restliches Wasser. Mit dem gibt er vor seinen Kollegen an und gibt mir dann absolute Fotofreiheit. Wahnsinn, mit ein paar Tropfen Wasser und einer Digicam kommt man ganz schön weit hier in Afrika.

Nachdem ich die Arbeiter und die Umgebung fertig fotografiert habe springe ich wieder in ein Taxi, welches mich dann nach einem längeren Umweg nach Hause bringt.

Standup-Konzert auf altem LKW

Der einzige Fixtermin des Tages ist dann um 16 Uhr vor Haus 2. Ein neuerlicher Shootingtermin bei einer spontanen Session der Congarillas auf dem heruntergekommenen LKW steht am Programm. Diesmal bin ich von Anfang an dabei – bei bestem Licht. Und es sollte ein echt toller Shoot werden. Viele nicht bestellte, aber herzliche willkommene Protagonisten schummeln sich ins Bild: eine Kuhherde samt Bauer, eine Gruppe jüngerer Leute die ein kaputtes Taxi vorbeischieben, viele Kinder und ihre Mütter. Wie schon letztes Mal tanzen die Kinder – passend zum Takt der Congarillas. Nach dem Kurzkonzert, teilen Karli und unser Wachtmeister Sedou noch “Solletti-Brezerl” an die teilnehmenden Kinder aus. Diesen Andrang der Kinder muss man mit eigenen Augen gesehen haben!! Ein echt tolles Video und stimmungsvolle Bilder sind der Lohn für diesen spontanen Einsatz. Sowas funktioniert nur hier.

Eigentlich wollte ich jetzt schon aufhören mit meinen Schilderungen….doch dann fällt mir ein, dass neben den vielen anderen Erlebnissen hier in Afrika, auch an diesem Abend wieder etwas ganz besonderes passiert ist. Charly und Karli haben uns noch einmal mit ihren Kochkünsten überrascht und es wurden uns Kaspressknödel sowie Fleischlaibchen mit Kartoffelpürree serviert. Da fehlen mir jetzt wirklich die Worte. Es war…..himmlisch? Triffts wohl am besten! Danke an die Beiden ….auch jetzt noch im Nachhinein ;-).

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About Roland Voraberger

Ich habe die Liebe zur Fotografie schon vor vielen Jahren entdeckt. Bevor mich die Hochzeitsfotografie entdeckte, gings nach dem Studium 4 Semester in die Fotoschule Wien und später auch noch in den Fotografenmeistervorbereitungskurs. Seit einigen Jahren fotografiere ich nun mit meiner langjährigen Freundin Dani und lieben meinen Hauptberuf als Fotograf. Neben Fotografie liebe ich auch noch Outdoorsport wie Mountainbiken im Wiener Wald. Mein Lebensmotto: Living in the moment!